Schulen
Warum Mädchenarbeit an Schulen?
Die wichtigsten Gründe für Mädchenarbeit an Schulen:
Lückenlose Erreichbarkeit:
Die Schule ist der einzige Ort, an dem man alle Mädchen erreicht. Außerschulische Angebote (wie Jugendtreffs) sind freiwillig und ziehen oft nur diejenigen an, die ohnehin schon ein gewisses Selbstbewusstsein oder Interesse mitbringen.
In der Schule erreicht man auch die "Stillen" oder jene, denen der Weg zu externen Einrichtungen aus kulturellen oder familiären Gründen verwehrt bleibt.
Reflektierte Pädagogik:
Mädchenarbeit bietet eine geschlechterreflektierte Haltung, die Mädchen ermöglicht, ihre Bedürfnisse und Lebenslagen zu thematisieren.
Schule als "Ort des Geschlechteralltags":
Hier finden die meisten sozialen Interaktionen statt. Hier werden Noten vergeben, Karrieren geplant und Rollenbilder (z. B. "Jungs sind besser in Physik") täglich reproduziert.
Mädchenarbeit direkt vor Ort kann diese Dynamiken sofort korrigieren, etwa durch geschlechtergetrennten Unterricht in MINT-Fächern, um Leistungsdruck und Zurückhaltung gegenüber Jungen abzubauen.
Ganzheitliche Bildung:
Der gesetzliche Bildungsauftrag umfasst nicht nur Wissen, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung.
Mädchenarbeit hilft dabei, Barrieren für den Lernerfolg (wie Sexismus oder Diskriminierung) zu beseitigen. Studien zeigen, dass ein geschlechtsbewusster Blick der Lehrkräfte die Lernleistungen aller Schüler deutlich verbessert.
Prävention statt Intervention:
In der Schule kann man frühzeitig ansetzen, bevor sich Rollenfixierungen oder mangelndes Selbstwertgefühl verfestigen.
Es ist pädagogisch effektiver, ein positives Selbstbild im gewohnten Lernumfeld aufzubauen.
Professionalität und Struktur:
Schulen bieten einen festen Rahmen mit qualifiziertem Personal und Ressourcen.
Kurz gesagt: Schule ist der Ort, an dem Mädchen die meiste Zeit verbringen und an dem über ihre Zukunft entschieden wird. Mädchenarbeit dort zu platzieren, sorgt für echte Chancengleichheit im System.
Finanzierungsmöglichkeiten
Start Chancen Programm
* Observe ist über das Start Chancen Programm finanzierbar.
20 Milliarden Euro über 10 Jahre – größtes Bildungsprogramm der Bundesrepublik.
Bund und Länder finanzieren jeweils 1 Milliarde Euro pro Jahr.
Programm-Start: Schuljahr 2024/25.
Das Startchancen‑Programm ist das größte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte Deutschlands. Bund und Länder investieren gemeinsam 20 Milliarden Euro über zehn Jahre, um Schulen in besonders herausfordernden sozialen Lagen gezielt zu stärken.
Im Mittelpunkt steht das Ziel, Bildungserfolg weniger von der sozialen Herkunft abhängig zu machen und allen Kindern bessere Lern- und Entwicklungschancen zu ermöglichen. Durch moderne Lernumgebungen, flexible Förderbudgets und den Ausbau multiprofessioneller Teams soll das Programm die Grundlagen für nachhaltige Verbesserungen im Bildungssystem legen.
Ziele des Programms
Mehr Chancengerechtigkeit
Bildungserfolg soll weniger von der sozialen Herkunft abhängen.
Grundkompetenzen stärken
Fokus auf Lesen, Schreiben und Rechnen, um die Kompetenzkrise anzugehen.
Ausbildungsreife und Berufsfähigkeit fördern
Besonders bei benachteiligten Jugendlichen.
Struktur: Drei Fördersäulen
Investition in eine zeitgemäße und förderliche Lernumgebung
Säule I
Chancenbudget für Lösungen in der Schul- und Unterrichts-entwicklung
Säule II
Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams
Säule III
Wen fördert das Programm?
Die Auswahl der Schulen erfolgt sozialindexbasiert.
Begleitung & Evaluation
Wissenschaftliche Begleitung und regelmäßige Evaluation auf Bundes‑ und Länderebene.
Weitere Informationen
Kooperation Ganztagsschule
* Observe als Baustein von
Ganztagsschulen in Baden-Württemberg
Finanzierung über monetarisierte Lehrerwochenstunden.
Schulen können bis zu 50 %, ab 2025/26 sogar 70 % der Lehrerwochenstunden monetarisieren, um Kooperationen wie Observe zu finanzieren.
Observe ist ein Programm der Mädchenarbeit zur pädagogisch-qualitativen Weiterentwicklung des Ganztags. Es stärkt Empowerment, Teilhabe und Chancengerechtigkeit – zentrale Ziele des Ganztags in Baden-Württemberg.
Ganztagsschulen sollen benachteiligungsfreie Lern- und Lebensräume schaffen und soziale Kompetenzen fördern. Kooperationen mit Vereinen sind dabei strukturell verankert und gefördert.
Mit Observe können Schulen ihren gesetzlichen und pädagogischen Auftrag – besonders im Hinblick auf den Rechtsanspruch ab 2026/27 – wirksam umsetzen.
Stärkung zentraler Ganztagsziele
Soziale Kompetenz & Wohlbefinden
Individuelle Förderung & Chancengerechtigkeit
Ergänzung des Unterrichts durch außerschulische Expertise
Wie Observe Schulen konkret im Ganztag stärkt
Passgenaue Einbindung in die Ganztagsmodelle Baden‑Württembergs
Observe lässt sich flexibel in alle Ganztagsmodelle integrieren – gebunden, Wahlform oder rhythmisierte Modelle
nicht als Zusatz, sondern integriert in das pädagogische Konzept
Entlastung und Qualitätsgewinn
Observe übernimmt konzeptionell klar definierte Module der Mädchenarbeit – ein Feld, das Schulen allein kaum vollständig abdecken können.
Damit unterstützt der Verein:
das Kollegium
die Schulsozialarbeit
die Ganztagskoordination
die Gesamtqualität des Ganztags