Observe
Unsere Wege.
Unsere Orte.
Unsere Stimmen.
Das Recht von Mädchen und jungen Frauen auf Bildung ist als globales Entwicklungsziel verankert.
Bildung ist ein Schlüsselfaktor für Chancengleichheit, Gleichstellung und Teilhabe.
Observe ist ein Bildungsprojekt an Schulen, das insbesondere Mädchen als wenig gehörte Gruppe dazu ermutigt, ihre Wege und Orte im öffentlichen Raum und an der Schule bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und ihre Perspektiven aktiv einzubringen. Es basiert auf den Ideen der Stadt- und Architekturkritikerin Jane Jacobs, die sich für eine Stadtplanung weg vom Reißbrett hin zu den Menschen einsetzte.
Mädchen erleben ihre Schule, Schulwege und öffentliche Räume anders. Viele berichten von Unsicherheiten, fehlenden Rückzugsorten und begrenzten Safe Spaces. Mädchen vermeiden Orte und Wege (z.B. unsichere Schulwege, Pausenbereiche oder Schultoiletten). Dies hindert die Mädchen in ihrer Selbstbestimmung, an der Teilhabe und Entwicklung.
Die Bedürfnisse von Mädchen sind oft wenig bekannt und nicht berücksichtigt.
Mädchenperspektiven sind in Schul- und Stadtgestaltung kaum sichtbar und unbekannt.
Sicherheit wird diskutiert – selten gemeinsam mit den Mädchen
Pausenhöfe fördern Bewegung – aber selten Aufenthalt, Rückzug oder Gespräche
Räume werden für sie geplant, oft nicht von ihnen mitgestaltet
Jane Jacobs (1916 - 2006)
Aktivistin & Autorin für lebenswerte Städte und Nachbarschaften
Fokus: Menschen in der Stadt – nicht Planung auf dem Reißbrett
Jährliche Janes Walks in über 200 Städten wie New York, Toronto oderTokio
Observe an Schulen*
Als Bestandteil des Unterrichts
Umsetzungszeitraum: komplettes Schuljahr
Zeitlicher Umfang: 2 Schulstunden pro Woche
Umsetzung als Unterrichtseinheit, freiwillige AG, Wochenmodul oder vergleichbarem
In die Ferienbetreuung integriert oder als Projektwoche
Umsetzungszeitraum: je eine Woche
Zeitlicher Umfang: mindestens 4 Zeitstunden pro Tag
Teilnehmende: ausschließlich Mädchen*
Anleitende: pädagogische Fachkräfte und pädagogische Aushilfen.
Didaktischer Ansatz
Das Konzept folgt einem niedrigschwelligen, partizipativen und erfahrungsorientierten Ansatz. Die Mädchen werden als Expertinnen ihrer Lebenswelt verstanden – wir lernen mit und von ihnen. Der Lernprozess ist situativ, orientiert sich an ihren Themen, Erfahrungen und sprachlichen Möglichkeiten.
Lebensweltorientierung
Ausgangspunkt ist die unmittelbare Umgebung der Mädchen – ihr Stadtteil, ihre Wege, ihre Orte.
Empowermentpädagogik
Mädchen sollen erleben, dass ihre Wahrnehmung zählt und sie aktiv Veränderungen anstoßen können.
Niedrigschwellige Zugänge
Methoden sind einfach, kreativ und offen gestaltet – so kann jede mitmachen, unabhängig von Sprache, Bildung oder Herkunft.
Soziales Lernen
Durch Austausch, gemeinsames Erkunden und Präsentieren entsteht gegenseitige Stärkung und Solidarität.
Methodische Schwerpunkte – wie wir arbeiten
Thematische Schwerpunkte - woran wir arbeiten
Sicherheit
Wie Mädchen Sicherheit erleben – körperlich, emotional und im Alltag.
Vielfalt
Unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und anerkennen.
Solidarität
Gemeinsam handeln, einander unterstützen und Verantwortung übernehmen.
Vertrauen & Freundschaft
Vertrauen als Grundlage für Beteiligung und Sichtbarkeit.
Zukunft
Eigene Ideen einbringen und aktiv Veränderungen gestalten.
Wohlbefinden
Was Mädchen brauchen, um sich im Raum wohlzufühlen.
Räumliche Schwerpunkte - wo wir ansetzen
Schule
Die Schule ist ein zentraler Lebensraum – aber nicht alle Orte sind für Mädchen offen, nutzbar oder attraktiv. Wie z.B.: Pausenhöfe,Toiletten, Mensa, Flure.
Schulweg
Der Weg zur Schule prägt das Sicherheitsgefühl und die Selbständigkeit von Mädchen – jeden Tag, oft unbeachtet. Wie z.B: Verkehr, Mobilität, Dunkelheit, Sicherheit, gemeinsame Wege.
Stadtteil
Im Stadtteil zeigen sich Freiheiten und Grenzen besonders deutlich – hier entscheiden Orte darüber, ob Mädchen bleiben oder ausweichen.
Wirkung
Individuelle Ebene Mädchen
Individuelle Wirkungsziele
Förderung von sozial-emotionaler Entwicklung.
Steigerung der urbanen Teilhabekompetenzen (Mobilität, Nutzung öffentlicher Räume, Beteiligung).
Förderung von Selbstständigkeit und Selbstvertrauen.
Erhöhtes Wohlbefinden und Zusammenhalt
Erhöhtes Sicherheitsgefühl und verbesserte Orientierung im öffentlichen Raum.
Strukturelle Ebene Stadtplanung und Schulentwicklungsplanung
Strukturelle Wirkungsziele
Städtische Räume werden sicherer, inklusiver und besser zugänglich für Mädchen.
Planungsprozesse werden participativer – Mädchenperspektiven werden systematisch eingebunden.
Stadtentwicklung kennt und berücksichtigt gendersensible Standards (Beleuchtung, Sichtachsen, Toiletten, Wegeführung, Aufenthaltsqualität).
Institutionelle Verankerung von Mädchenbeteiligung in kommunalen Planungsinstrumenten.